Unser Bild: Guter Rat ist teuer – wohin führt Borussias Weg? Trainer Senat Memedovski will trotz schwieriger Situation nicht den Stab über sein Team brechen: „Sie versuchen das Beste. Aber wir dürfen nicht vergessen: Die Jungs kommen alle aus unteren Klassen!“ (Foto: -jf-)
Ordentlich gerupft kehrten die Borussen am gestrigen Sonntagabend ins Ellenfeld zurück. Mit 0:7 stand nach 90 und ein paar Minuten mehr die bislang höchste Saisonniederlage auf dem Konto. „Heute standen wir komplett neben uns“, wollte auch Trainer Senat Mememdovski nichts beschönigen. Borussia bleibt im Tabellenkeller sitzen. Im Gegensatz zu einigen vergangenen Spielen, in denen Borussia wenigstens zeitweise auf Augenhöhe agierte und lediglich ein paar Prozent fehlten, war gegen den starken Aufsteiger aus Scheuern, Steinbach und Dörsdorf an diesem Nachmittag nichts zu holen. Das war schon relativ schnell klar.
Denn die Partie begann direkt maximal unglücklich für Borussia, die kalt erwischt wurde und bald mit 0:2 im Rückstand lag. Da waren kaum zehn Minuten gespielt. Zunächst verwertete Andre Dalphinaus 15 Metern eine in den Rückraum gespielte Vorlage von Henry Birringer flach links unten ins Netz, drei Zeigerumdrehungen später war es Finn Hefner, der eine Vorlage von Ricardo Hamann ins rechte Eck setzte. Spätestens nach dem 3:0 – Scheuerns Stürmer schnürte nach einem Konter nach 24 Minuten seinen Doppelpack – schwante denen, die es unter den 250 Zuschauern mit der Borussia hielten, dass es an diesem Tag wohl lediglich um Schadensbegrenzung gehen konnte. Das gelang denn auch trotz weiterer guter Chancen für die druckvollen Gastgeber wenigstens bis zur Halbzeit. Scheuerns Torwart Yannick Manstein verbrachte einen eher ruhigen Nachmittag und musste lediglich nach einer halben Stunde gegen Hamza Alobaidaat auf der Hut sein, während sein Gegenüber im Borussen-Tor, Tera Langoun Ibrahim, alle Hände voll zu tun hatte und sich erneut eine gute Note verdiente.
Nach Wiederanpfiff sorgte ein Doppelschlag des Aufsteigers für die endgültige Entscheidung. Noah Altmeyer und Routinier Ricardo Hamann netzten binnen zwei Minuten zweimal ein (55./56.). Nachdem bei Fabian Blass´ Freistoß der Pfosten zunächst das halbe Dutzend verhindert hatte, reagierte Sascha Krauß am schnellsten und verwandelte den Abpraller zum 6:0, um nach 83 Minuten eine Vorlage von Moritz Lehnert zu seinem nunmehr schon 10. Saisontreffer flach einzuschieben. Von einem solch durchschlagskräftigen Stürmer können die Borussen, die in Halbzeit zwei fast nur in der Defensive beschäftigt waren und offensiv nicht ins Spiel fanden, derzeit nur träumen!
Trotz der herben Enttäuschung konnte und wollte Senat Memedovski, der auf Francisco Alves Victorino (MRT-Untersuchung nach Verletzung steht noch aus), Dhiyauldin Fouzi Souzy und Marvin Müller verzichten musste, den Akteuren, die auf dem Platz standen, keinen Vorwurf machen: „Im Rahmen ihrer Möglichkeiten geben sie das Beste.“ Ein Sonderlob des Trainers verdiente sich Ferhat Kizmaz, der als Kapitän fungierte: „Er agiert zuverlässig, versucht, Ruhe reinzubringen, und lässt in jedem Spiel sein Herz auf dem Platz – ein absolutes Vorbild“, zollte Senat Memedovski Borussias erfahrenem Mittelfeldspieler, der schon in der Jugend das Borussen-Trikot trug, höchsten Respekt. (-jf-)
Statistik: SG Scheuern – Borussia 7:0 (3:0)
Borussia: Langou Ibrahim Tera – Tobias Haag, Brooklyn Mac Phee (ab 16. Omega Karparwoth), Yaman Alakoud (ab 46. Tjorven Joel Gehre, Ferhat Kizmaz (C), Ben Meinen, Leo Odesho (ab 80. Moritz Schneider), Davin Presser, Aktan Yücel (ab 59. Sinan Memedovski), Hamza Alobaidaat. – Trainer: Senat Memedovski.
Tore: 1:0 (5.) Andre Dalphin, 2:0 (8.) Finn Hefner, 3:0 (24.) Finn Hefner, 4:0 (55.) Noah Altmeyer, 5:0 (56.) Ricardo Hamann, 6:0 (72.) Sascha Krauß, 7:0 (83.) Sascha Krauß. – Schiedsrichter: Abdulmanan Hassan (FV Schwalbach). – Zuschauer: 250. – Gelbe Karte Borussia: Omega Karparwoth (63.).
Es ist halt für jeden Borusse schwer diese Situation zu verdauen. (Hauptsache wir haben das Ellenfeld !)
Aber man hätte voraussehen können, dass schwierig wird. Ich bin eigentlich auch enttäuscht, dass so alte Borussenspieler wie Cullmann oder noch drei vier andere für ein Jahr oder mehr der Borussia einen Gefallen tun.