Borussia morgen als Gast von Top-Titelfavorit FC Homburg diesmal im Waldstadion (Anstoß: 19.00Uhr) – wie in der biblischen Geschichte von David und Goliath – nur krasser Außenseiter (Basisfoto oben: jeffjacobs1990)
Gegner und Gastgeber FC Homburg II wird von vielen als Titelfavorit gehandelt. Die hohen Ansprüche der Reserve des Regionalligisten wurden bereits in den Testspielen deutlich, als man gegen gleich drei Saarlandligisten unbesiegt blieb (2:1 gegen Ballweiler, 4:2 gegen Schwalbach und 3:3 gegen Rastpfuhl). Entsprechend zielgerichtet wurde die Mannschaft auch verstärkt: Mit Nico Bleymehl kam ein ausgesprochen torgefährlicher Akteur, der in den vergangene zwei Jahren im Trikot der DJK Ballweiler in 62 Spielen 26 Tore erzielt hatte, zurück ins Waldstadion, wo er schon seit der C-Jugend aktiv gewesen war. Ein Rückkehrer ist auch Nico Gabriel, der nach der U10 den FCH verlassen hatte, um in Limbach und Ballweiler Saarlandliga-Erfahrungen zu sammeln. Mit Alex Orosi aus Hangard hat sich ein weiterer Akteur den Grün-Weißen angeschlossen, der mit den Köllerbacher Sportfreunden bereits Saarlandliga gespielt hat. Darüber hinaus wurden aus Elversberg Carl Biboum und Jan Schunck verpflichtet. Trainer Hajrulla Muni (36), der zuvor die U15 und U19 der SV Elversberg betreute und beim FCH in sein zweites Jahr geht, und dem spielenden Co-Trainer Gianluca Ruoff (27) steht eine gestandene und erfolgshungrige Mannschaft zur Verfügung, die nach Platz 6 im Vorjahr in dieser Saison unbedingt die Rückkehr in die höchste Spielklasse des Saarländischen Fußballverbandes, aus der die Homburger nach achtjähriger Zugehörigkeit 2025 abgestiegen waren, realisieren will. Sieben verschiedene Torschützen zeichnen für die bislang 24 Treffer verantwortlich: Der Löwenanteil gehört dabei Nico Bleymehl (6 Treffer) und Alec Andres Rodriguez, der sogar schon 11 Mal einnetzte – der Angreifer war im Vorjahr mit 33 Spielen und 3 Toren in der Oberliga für den FV Diefflen nach Homburg gekommen. Als beste Vorlagengeber traten bislang Nico Gabriel (5 Assists) und Mina Ibrahim (4) in Erscheinung.

Mit diesem Team will der FC Homburg seine U23 wieder zurück in die Saarlandliga bringen. (Foto: fupa.net)
Die Ausgangssituation ist schnell beschrieben: Titelanwärter gegen den Tabellenletzten. David gegen Goliath. Wenige Wörter und eine biblische Metapher, die viel sagen. Die Homburger haben bislang noch keine Partie verloren, dabei in gleich fünf Spielen jeweils vier Treffer erzielt. Lediglich zuhause gegen den SV Furpach (1:1) ließen die Grün-Weißen bislang Punkte liegen. Gegen Borussia will man natürlich weiter auf der Erfolgswelle reiten und sich durch einen Sieg im Nachholspiel die Tabellenführung zurückerobern. Die Borussen dagegen sind immer noch ohne eigenen Treffer und konnten nur beim 0:0 in Reiskirchen einen Zähler auf der Habenseite verbuchen. Vielleicht ist es gut, dass nach dem zu hohen 0:4 gegen Hellas, bei dem erneut das Fehlen eines treffsicheren, entschlossenen Stürmers der Mannschaft quasi das Genick brach, nicht viel Zeit zum Sinnieren über verpasste Chancen bleibt. Trainer Senat Memedovski, der vor seiner Zeit im Ellenfeld für die U17 des FC Homburg in der Verantwortung stand, fährt jedenfalls nicht ohne jede Hoffnung in die alte Heimat: „Wir sind krasser Außenseiter und haben absolut nichts zu verlieren. Also fahren wir dahin und hauen alles raus. Jedes Spiel beginnt bei 0:0 und muss erst mal gespielt werden. Es besteht also kein Grund, schon vorher den Kopf hängen zu lassen“; versuchte der Borussen-Coach schon unmittelbar nach der Partie gegen Bildstock seinen Schützlingen Mut zu machen.

Während FCH-Coach Muni (oben/Foto: facebook-Seite FC Homburg) „gegen den Letzten einen klaren Sieg“ fordert, seine Mannschaft aber davor warnt, die Borussia zu unterschätzen, macht Senat Memedovski an alter Wirkungsstätte seinen Mannen Mut: „Wir haben nichts zu verlieren!“ (unten/Foto: -jf-)

Die bisherige Bilanz in gemeinsamen Saarlandliga-Zeiten ist für die Borussia sehr positiv: Sieben Siegen stehen fünf Unentschieden und nur zwei Niederlagen gegenüber. In sieben Saarlandliga-Gastspielen im Waldstadion haben die Borussen noch nie verloren, im August 2019 sogar mit 7:3 den höchsten Sieg eingefahren – allerdings unter ganz anderen personellen Voraussetzungen. Deshalb darf die überaus positive Bilanz zwar Mut machen, aber einen echten Gradmesser für die Partie morgen dürfte sie nicht darstellen.

Trotz der bislang sieg- und torlosen Saison dürfen die Borussen im Waldstadion auf die Unterstützung ihrer Fans bauen.
Schiedsrichter des Spiels im Waldstadion ist (nach Angaben von fussball.de) Johannes Krisam. Der 23jährige pfeift für den SV Emmersweiler, fungiert seit 2017 als Unparteiischer und gehört seit 2023 zu den saarländische Ziffer-Schiedsrichtern. Als Schiedsrichter-Assistent ist er auch überregional (U17-Bundesliga, Oberliga) unterwegs. Johannes Krisam wird an den Seitenlinien von den Herren Martin Thieser und Patrick Kreinbihl unterstützt. Wir wünschen dem Schiedsrichterteam eine gelungene Spielleitung. (-jf-)
Hinterlasse jetzt einen Kommentar